Das Neue Schloss wurde in den Jahren 1668-1671 als erster rein französisch geprägter Schlossbau im Bernbiet errichtet. Die hochherrschaftliche Anlage wurde damals frei in die Ebene oberhalb des Dorfes gestellt und als Novum vollumfänglich in die offene Landschaft integriert. Auf grosse Erdbewegungen und mächtige Befestigungsanlagen wurde bewusst verzichtet. Mit der Längs- und Querachse entlang vom Kirchbühl und Hungerberg, welche zusätzlich mit den beiden Alleen betont werden die sich vor dem Haupteingang treffen und damit einen rechten Winkel bilden, greift das Hauptgebäude in die Landschaft aus, wobei die Westallee zum Dorf den Zugang fasste und die Südallee zum Hohlenhaus zum Spazieren diente.

Schlossallee, Bild Daniel Meister

Baumbestand

(SvW) Die Westallee ist zum Dorf gerichtet. Sie besteht aus 38 Lindenbäumen verschiedenster Sorten. Diese wurden in 2 Etappen, 1983 und 1984 gepflanzt. Der Längsabstand beträgt 10m, der Breitenabstand 7m (3m Weg und je 2m Grünfläche).

Die Südallee ist zum Hohlenhaus gerichtet. Sie besteht aus 51 Winterlinden (Tilia cordata, «Greenspire») und wurde im Frühling 2008 gepflanzt. Die frostharte, hitzeverträgliche und krankheitsresistente Tilia cordata ist der wohl am häufigsten zu findende Allee- bzw. Strassenbaum dieser Gattung. Die schöne, kompakte und zugleich schmale Krone ermöglicht eine Pflanzung an Stellen, wo andere Linden nicht ausreichend Raum vorfinden würden. In beiden Alleen wurde die gleichen Abstände eingehalten.

Pflege

Die Pflege von Alleen ist eine Wissenschaft für sich. Früher hatten Strassenräume andere Funktionen als heute. Alleen, die früher Menschen und Pferde nutzten, beherbergen heute Autos, Lastwagen und Landmaschinen zwischen ihren Stämmen. Dies erfordert nicht zuletzt auch aus Sicherheitsgründen um herabstürzendes Astwerk zu vermeiden, eine regelmässige intensive Pflege. Gerade in den ersten Jahren nach der Pflanzung ist die Pflege sehr intensiv. Die jungen Bäume müssen mit einer Verankerung (Senkrechtpfahl) gesichert und mit einem Erziehungschnitt gezogen werden. Regelmässige Kontrollen auf Mäusebefall und auf zu eng angebundene Stämme in den ersten Jahren sind unumgänglich. Zusätzlich ist es wichtig, dass die Baumscheiben (Umfang ca. 1m) während 3-5 Jahren frei von Gras und Unkraut gehalten werden. Dichter Bewuchs würde das Niederschlagswasser sehr rasch aufsaugen, sodass es wieder verdunsten würde. Nur ein Bruchteil des Wassers könnte dann in den Wurzelraum des Baums versickern, und dieser würde aufgrund von Wassermangel möglicherweise absterben. Im ersten Pflanzjahr müssen die Bäume bei trockener Witterung bewässert werden.

Bäume sind wie Blumen: Mit Blumen musst du sprechen, musst sie zärtlich pflegen. Tust du es nicht, ist die Blume wie ich. Was du vergisst, vertrocknet, verwelkt.
(Thorsteiin Spicker, *1970)

Alleen werden oft als lebendige Architektur bezeichnet. In ganz Europa und Teilen Asiens sind Alleen die älteste Form der Strassenbepflanzung. Sie dienten ursprünglich der Befestigung von Wegen und hatten auch gestalterische Ziele zu erfüllen. So auch die beiden Schlossalleen in Oberdiessbach.

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N8: Schlossallee, Bepflanzung

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N8: Schlossallee, Bepflanzung 46.838824, 7.624619 (Routenplaner)

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