Vorchristliche religiöse Vorstellungen der Kelten und Alemannen: damals …

Die keltischen Druiden (Priester) hatten die Aufgabe, durch Opfer die Gottheiten zufrieden zu stellen. Meist wurden Tiere geopfert, in gewissen Gegenden möglicherweise sogar Menschen – in der Regel Gefangene und Kinder. Die Gottheiten und ihre «Anderswelt» waren zwar verborgen, aber trotzdem wirksam. Opfer dienten dazu, sie gütig zu stimmen und sich vor der Rache der Toten zu schützen.
Die Kelten – wie auch die Alemannen – waren religiös sehr sensibel. Sie rechneten mit der Präsenz des Göttlichen in der Natur, insbesondere in Bäumen, Quellen/Flüssen, Lichtungen, Sonne und Sternen sowie in Wettererscheinungen, aber auch in Wesen wie etwa Nymphen. Ziel der religiös-magischen

Hel, einen Stab haltend und begleitet von einem Hund, vermutlich Garmr. Im Hintergrund kriecht eine Schlange durch die Zweige. | Bild: Felix Dahn, Therese Dahn, Therese von Droste-Hülshoff, metapedia.org

Übungen und Symbole (alemannisch z.B. die Pferdeschädel am Eingang des Bauernhofes) war es, religiöse Ungleichgewichte zu beheben.
Das Seelenheil war ungewiss und mit ständigen Anstrengungen sowie mit Angst und Schrecken verbunden. Als «Gegenmittel» halfen magische Handlungen der Druiden und der Zusammenhalt im Familienclan halfen.

Der Name Helisbühl leitet sich vermutlich von «Hella» (Hel) ab, der Tochter des germanischen (und damit auch alemannischen) Gottes Loki. Sie weist den Menschen am Eingang zur Hölle – den verborgenen Ort der Verstorbenen – ihren Platz zu. Erhöhungen wie das Helisbühl waren in keltischer wie auch alemannischer Zeit beliebte Orte, um den Göttern Opfer darzubringen.

… und heute
Diese vorchristlichen Vorstellungen erleben heute – in der Regel spielerisch verstanden – eine neue Beliebtheit. Halloween ist eigentlich ein Fest des Schreckens und des Todes. Die Kelten glaubten, dass in der Nacht vom 31. Oktober die Verstorbenen zurückkehren, um sich für ein Jahr den Körper eines Lebenden auszusuchen. Um sich vor den Geistern zu schützen, verkleideten sie sich selbst als Dämonen. Später schnitzte man Gesichter in Kürbisse, um den Geistern vorzugaukeln, dass hier bereits eine verdammte Seele hause. In okkulten Kreisen ist Halloween bis heute mit satanischen Kulten verbunden. In den USA wird Halloween aber als harmloses Verkleidungs- und Familienfest begangen. Die kommerziellen Chancen dieser zweiten Fasnacht wurden unterdessen auch in unseren Breitengraden entdeckt.

Die Kelten sind die ersten geschichtlich fassbaren Bewohner in unserem Gebiet (siehe A2). Die Römer nannten sie «Helvetier». Sie wurden durch römische Soldaten und Kaufleute christianisiert und folgten vorübergehend dem christlichen Glauben. Nach dem Einfall der (germanischen) Alemannen zogen sich die Römer zurück und die einheimische Bevölkerung wandte sich grösstenteils wieder den heidnischen Vorstellungen der Alemannen zu. Es ist deshalb gut denkbar, dass sowohl die Kelten wie auch die Alemannen auf dem Helisbühl ihren Göttern huldigten.

Auch in der Esoterik oder in Volksbräuchen werden vorchristliche Weltbilder aufgegriffen. Dazu gehören u.a. das Voraussehen der Zukunft beim Lesen von Handlinien, das Deuten der Glaskugel bzw. von Sternen-Konstellationen (Astrologie) oder magische Handlungen, die nützen (weisse Magie) oder schaden sollen (schwarze Magie).

Wegbeschreibung berechnenStandalone-Karte im Vollbild-Modus öffnen
K1: Helisbühl, Vorchristliche religiöse Vorstellungen der Kelten und Alemannen

Karte wird geladen - bitte warten...

K1: Helisbühl, Vorchristliche religiöse Vorstellungen der Kelten und Alemannen 46.820400, 7.616562 (Routenplaner)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.